Tatort: Dunkelheit

Ein „Tatort“, der sich vor allem um die Trauer der Angehörigen dreht, ist „Dunkelheit“ (2025; Hessischer Rundfunk). Die Story: Mit einer Umzugskiste in den Händen fährt Hauptkommissar Hamza Kulina (Edin Hasanovic) in den Keller des Polizeipräsidiums und betritt seinen neuen Arbeitsplatz: die „Abteilung für Altfälle“. Maryam Azadi (Melika Foroutan), Leiterin und einzige Mitarbeiterin der Abteilung, ist freundlich, aber auch ein wenig distanziert: Sie erwartet nicht, dass es der neue Kollege sonderlich lange bei den Altfällen aushält. Und kaum haben die beiden ein paar Sätze gewechselt, kommt es zum ersten Einsatz: Bei der Wohnungsauflösung eines alten Mannes wurden von seiner Tochter menschliche Überreste entdeckt. Schnell stellen Maryam und Hamza fest, dass der Mord schon einige Jahre zurückliegt.

Der erste Fall von Edin Hasanović und Melika Foroutan basiert auf wahren Begebenheiten, wie das Publikum schnell erfährt. Tatsächlich gab es einen mutmaßlichen Serienmörder, der als Hessen-Ripper oder Jack the Ripper aus Schwalbach bekannt war. Sein Name: Manfred S. Er starb ein Jahr nach dem Tod seiner Frau im August 2014 mit 67 Jahren an Krebs. Wenige Wochen später entdeckten seine Tochter und deren Partner bei der Entrümpelung einer Garage blaue Fässer. In einem davon ein grausamer Fund: zwei Beine und ein Arm. Die Polizei öffnete das zweite Fass, fand darin einen Kopf und einen Torso, in den mehrere Nägel gehauen waren – und stellte bald fest, dass es sich um die sterblichen Überreste der Frankfurter Prostituierten Britta D. handelte. Sie war damals bereits seit zehn Jahren tot.

Der Tatort verfällt nicht dem genüsslichen Ausbreiten der Angstlust, wie wir es von True-Crime-Formaten kennen. Vielmehr steht hier die Trauer der Angehörigen im Vordergrund, denen das Trauern verunmöglicht wird, solange sie nicht wissen, was mit ihren Lieben passiert ist.

Mit Melika Foroutan, Edin Hasanovic, Judith Engel, Gordana Boban, Mieke Schymura u.a. | Buch: Senad Halilbasic, Stefan Schaller und Erol Yesilkaya | Regie: Stefan Schaller

In der Mediathek abrufbar bis 05.10.2026

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