Günter Rückert: „Dass Kunst nach dem Tod des Künstlers mehr wert ist, ist ein Klischee“

Was bleibt von einem Menschen, wenn er die Erde verlässt? Bei einem Künstler vielleicht seine Werke, dachte ich mir und fragte einen, der Auskunft geben kann – einen Künstler. Günter Rückert kenne ich ungefähr seit dreißig Jahren aus einem türkisch-kurdisch-deutschen Theaterprojekt. Im Gespräch mit ihm gab es Spannendes zu erfahren über den Kunstmarkt und das Verhältnis des Künstlers zu seinen „Babies“, die irgendwann das Haus verlassen.

Günter Rückert „Wohin mit dem Hund?“

Dunkelbunt: Man sagt ja immer, dass die Preise für Kunstwerke steigen, nachdem ein Künstler gestorben ist. Stimmt das?

Günter Rückert: Dass Leute, die irgendwann mal Bilder von mir gekauft haben, darauf warten, dass ich den Arsch zukneife, glaube ich nicht (lacht).
Dass die Berühmtheit eines Künstlers mit seinem Tod zu tun hat, glaube ich persönlich nicht. Und überhaupt ist das sowieso ein Klischee. Das stimmt überhaupt nicht. Die Regel ist genau das Gegenteil – nach dem Tod gehen die Preise nämlich eher runter. Das ist beispielsweise bei Horst Janssen so; die Preise für seine Kunst sind gänzlich in den Keller gesackt. Als er noch lebte, gesoffen hat und herumgepöbelt, da war seine Kunst mehr wert. Sein narzisstisches Gehabe gehörte eben zum Hype um ihn dazu. Seine Bilder sind natürlich immer noch etwas wert, aber eben nicht mehr soviel wie früher.

Günter Rückert: „Astor Piazolla“

Bei Van Gogh war es so, dass seine Bilder zu Lebzeiten nirgends gezeigt wurden. Sein Bruder, ein Kunsthändler, überwies ihm die Hälfte seines Gehaltes, davon konnte Van Gogh Farben kaufen und zum Ausgleich schickte er alle Bilder seinem Bruder, der sie in einer Kammer stapelte. Nachdem dann beide Brüder tot waren, hat die Frau des Bruders dann Ausstellungen mit Vincents Bildern veranstaltet -und sie teuer verkauft.
Es kann schon sein, dass es lange dauert, bis der Kunstmarkt einen Künstler entdeckt. Das war auch bei Baselitz so, der schon über 50 war, als er Erfolg hatte. Er war schon kurz davor gewesen, aufzugeben. Und so kann es ganz plötzlich passieren, dass der Kunstmarkt jemanden nimmt und meint, das wäre jetzt das, was alle brauchen. Und das kann dem Künstler passieren, wenn er jung ist, oder alt, oder tot.

Dunkelbunt: Also ist Kunst keine verlässliche Geldanlage?

Günter Rückert: Die Studien, die es dazu gibt, besagen, dass Kunst im Durchschnitt genauso viel Rendite abwirft, als würde man das Geld irgendwo anders anlegen. Es kann beides passieren, man kauft Bilder und die sind auf einmal viel wert oder umgekehrt, sie sind gar nichts mehr wert.

Günter Rückert „Rollmopsabtropfgewichtskontrolle“

Dunkelbunt: Der Wert von bildender Kunst ist ja vielleicht sowieso schwer zu benennen, da fehlen die eindeutigen Kriterien.

Günter Rückert: Im ZEIT-Magazin wurde neulich eine Künstlerin vorgestellt, die malt Bilder auf Leinwand mit zwei Farben – sie streicht ein Gelb drauf und nimmt dann Lila dazu. Sie kommt aus Afghanistan, aus dem Kriegsgebiet, ist Flüchtling – und ich glaube, das ist der einzige Grund, warum sie plötzlich so gehypt wird – es steckt eben ihre ganze Lebensgeschichte dahinter. Der Text dazu war grandios zusammenfantasiert, wie „die Farben sich umarmen, umgarnen und einen Weg der Liebe zueinander finden“. Das war Kabarett!
Aber der Witz ist eben: Kunst lebt von der Kommunikation. Wenn ich ein Bild male und das bleibt im Atelier, ist das genau genommen keine Kunst, egal, wie gut das Bild ist. Es muss an einem Ort ausgestellt sein, der für Kunst und für Kommunikation über Kunst zuständig ist, also ein Kunstverein, eine Galerie oder ein Museum. Und wenn dann über das Bild geredet wird, dann spricht man über Kunst.

Günter Rückert „Ballade vom weißen Fisch“

Dunkelbunt: Und dies ist unabhängig von der Qualität des Bildes?

Günter Rückert: Völlig! Wenn es an einen besonderen Ort kommt, in eine bedeutende Galerie etwa, dann ist es gleich viel mehr wert als wenn es in einer kleinen Galerie in der Nordstadt hängt. Und wenn dann noch über dieses Bild prominent geschrieben wird, in der „Süddeutschen“ oder der „Art“ beispielsweise, dann werden die Bilder auch verkauft an Leute, die dafür einiges bezahlen würden – und diese Leute wollen dann auch, dass die Bilder ihren Wert behalten oder sogar noch steigern. Genauso ist es damals mit Baselitz passiert, da suchte der Kunstmarkt auf einmal Alternativen zu dem ewig Abstrakten.

Dunkelbunt: Das ist der Wert, den der Kunstmarkt einem Bild zuschreibt. Wie bemisst sich für dich persönlich der Wert deiner Kunst?

Günter Rückert: Für mich persönlich ist am wichtigsten, dass ich im Atelier stehe und male. Und wenn dazu noch eine Phase kommt, wo es gut läuft und es entstehen neue Sachen, die mir gefallen, dann ist alles gut. Aber es ist auch schon wichtig, dass diese Sachen dann in eine Ausstellung kommen.

Günter Rückert „Huhn in Pubertät“

Dunkelbunt: Ist für dich der Gedanke wichtig, dass deine Bilder noch in der Welt sind, wenn du mal nicht mehr lebst?

Günter Rückert: Ich weiß, dass es so sein wird – denn ich habe ja viele Bilder verkauft in den 33 Jahren, in denen ich beruflich male. Das ist schon ein schönes Gefühl. Manchmal denke ich darüber nach, was denn mit meinem Nachlass sein soll – es gibt ja schubladenweise Zeichnungen, Bilder. Und im Grunde genommen ist es mir egal. Je älter ich werde, desto egaler wird mir das.

Dunkelbunt: Hier hängen ja auch einige deiner Bilder an der Wand, die Mohnblumen zum Beispiel, die nicht verkäuflich sind. Sind dir diese unverkäuflichen Bilder auch egal, wenn du mal tot bist?

Günter Rückert: Naja, was soll denn dann sein, wenn ich tot bin? Ich bin nicht so berühmt, dass irgendein großes Museum meinen Nachlass haben will. Ich habe mir meine Nische und meinen Markt erarbeitet – und das ist schon viel. In Dortmund gibt es, glaube ich, 250 bildende Künstler, aber davon leben können ja längst nicht alle, das sind vielleicht zwei Handvoll.

Günter Rückert „Im Keller der Wahrheit“

Dunkelbunt: Wie kam es dazu, dass du Maler geworden bist?

Günter Rückert: Während des Studiums habe ich Cartoons und Comics gezeichnet für linksradikale Zeitschriften und Magazine. Außerdem machte ich Kabarett und gründete mit anderen das „Rocktheater Nachschicht“. Mit dem Rocktheater waren wir sehr schnell sehr erfolgreich und viel unterwegs.

Während des Studiums habe ich auch damit Geld verdient, dass ich türkische Jugendliche unterrichtet habe – für die gab es damals keine Angebote. Die Gastarbeiter sollten damals hier malochen und dann wieder abhauen. Aber dann kamen 16-Jährige und waren nicht mehr schulpflichtig – und jemand musste ihnen Deutsch beibringen. Das habe ich gemacht. Ich habe auch Türkisch gelernt und konnte mich auf Türkisch ganz gut unterhalten.

Günter Rückert „Dortmunder Straße“

Dann ging das Studium zu Ende und ich wollte es eigentlich auch nicht mehr beenden – ich wollte lieber ein Profi werden beim Rocktheater. Aber meine Sylvia sagte dann: „Nee nee, wer weiß wofür, aber du schließt das Studium mal ab.“

Dann reichte ich als Magisterthema das ein, was ich mit den türkischen Jugendlichen veranstaltet hatte. Ich hatte mir ja immer selbst Unterrichtsmaterial ausgedacht und experimentiert. Ich schrieb das dann auf und dachte mir, das kann der Professor jetzt glauben oder nicht, aber darüber gibt es keine Literatur. Dann kam die Arbeit wieder und war eine glatte Eins – daraufhin bot mir der Professor an, dass ich daraus auch eine Promotion entwickeln könnte.

Aus dem Rocktheater war ich inzwischen ausgestiegen, weil wir im Grunde nur noch auf der Autobahn waren – Freitag in Ulm, Samstag in Hannover und am Sonntag in Berlin, dann mal zwei Tage Zuhause… so ein Leben muss man wollen. Ich wollte das nicht.

Günter Rückert „Cay Bahcesi“

Aber da ich sonst nicht Besseres zu tun hatte, habe ich dann die Doktorarbeit geschrieben. Zwei Jahre später besaß ich zwar den Doktortitel in Germanistik mit Magna Cum Laude, aber es war klar, dass ich nicht an der Uni arbeiten will, ich wollte auch nicht Lehrer werden, aus dem Rocktheater war ich ausgestiegen, die anderen wurden immer erfolgreicher und ich hatte – nichts!

Ich war 32 und hatte nichts! Daraufhin bin ich in ein tiefes Loch gefallen und habe richtig gelitten. Ich hatte Angstzustände, Panikattacken, Depressionen, war in Therapie. Es hat ein paar Monate gedauert, bis mir immer klarer wurde, was ich eigentlich will. Ich wollte immer – als Kind schon – Maler werden!

Dunkelbunt: Und dann wurdest du Berufskünstler.

Günter Rückert: Ich habe es ja nicht studiert, ich war ja nie an der Kunstakademie.

Günter Rückert „Die blauen Hühner von Husen“

Dunkelbunt: Vielleicht war das dein Glück?

Günter Rückert: Das kann sein. Wenn ich andere sehe, die an der Akademie waren, aber eigentlich dort nichts gelernt haben. Ich kenne einige, die in Braunschweig, Münster oder Düsseldorf waren: Die Lehrer an der Akademie lassen die Studenten machen und begleiten das. Im Gegensatz dazu habe ich mir alles selbst beigebracht.

Dunkelbunt: Gab es gar keinen Lehrer?

Günter Rückert: Nein. Gar nicht. Wenn ich irgendwo etwas gesehen habe, was mir gefiel, dann habe ich hingeguckt und versucht herauszufinden, wie die Technik funktioniert und dann versucht, das auch so zu machen. Ich konnte allerdings immer schon gut zeichnen – damit bin ich schon im Kindergarten und in der Volksschule aufgefallen. Ich habe auch als Kind schon viel gemalt – mir musste man nur ein Stück Tapete geben und Buntstifte, dann saß ich in der Ecke und war beschäftigt. Am Gymnasium traf ich auf einen Kunstlehrer, der lieber selbst malte. Der gab der Klasse Aufgaben und verschwand dann im Nebenraum, um dort zu malen. Dorthin hat er mich dann mitgenommen. Da habe ich viel gelernt! Vor ein paar Jahren besuchte dieser Lehrer auf einmal eine Ausstellung von mir, das hat mich gefreut. Ach, eine Ausbildung gab es doch, später bekam ich mal ein Stipendium vom Land Nordrhein-Westfalen für die Ausbildung in Druckgrafik.

Günter Rückert „Löwenzahn“

Dunkelbunt: Wie war das damals, als die Entscheidung gefallen war, Maler zu werden – nach einigen anderen beruflichen Anläufen?

Günter Rückert: Ich wusste, ich mach das jetzt. Man kann in unserer Gesellschaft ja nicht verhungern, man kann immer irgendetwas machen, wenn man Geld braucht. Anfangs gab ich Zeichenkurse an der Volkshochschule, oder Theaterkurse.
Als ich die Entscheidung getroffen hatte, war dies wie ein Dammbruch – ich habe wie ein Irrer von morgens bis nachts gemalt und gezeichnet, jeden Tag. Nachts habe ich noch im Bett herumgekritzelt.

Dunkelbunt: In deinem Studium oder bei deiner Promotion gab es ja Außenstehende, Lehrer, Professoren, Förderer, die dir Anerkennung und Bestätigung gegeben haben, oder beim Rocktheater war es das Publikum – beim Malen musstest du die Bestätigung aus dir selbst heraus schöpfen, das ist sicher ein nervenaufreibender Angang?

Günter Rückert „Bob Dylan“

Günter Rückert: Ja! Ich habe ja auch wirklich eine ganze Zeit lang mit dieser Entscheidung gerungen. Und ich hatte bis dahin kein einziges Bild verkauft, sondern nur für Zeitungen Comics gezeichnet. Aber ich bin ja Bergarbeitersohn, da ist man gewöhnt, erstmal zu machen und dann zu gucken – das wird schon! „Was ihr könnt, kann ich auch“ – so ungefähr war meine Haltung. Aber es war auch eine Besessenheit dahinter. Meine erste Ausstellung hing in einer Kneipe – zwölf Bilder habe ich verkauft, da bin ich an die Decke gesprungen vor Freude. Dann kam eine Ausstellung in einem Möbelgeschäft und dann hatte ich ziemlich schnell eine Ausstellung in einer Galerie in Aachen. Dort war meine Mutter zur Kur und ich hatte sie besucht. Da gingen wir spazieren und kamen an dieser Kunstgalerie vorbei, gingen hinein und meine Mutter schoss auf die Galeristin zu: „Mein Sohn malt auch! Der war auch schon im Fernsehen!“ Ich hätte so im Boden versinken können. Aber ich sollte dann unverbindlich mal ein paar Sachen schicken und dort hatte ich dann ein Vierteljahr später tatsächlich meine erste Ausstellung. Diese erste Galerieausstellung wirkte wie ein Türöffner.

Dunkelbunt: Und dann ging es aufwärts?

Günter Rückert: Ja, fünf Jahre später konnte ich alle Kurse aufgeben und von meiner Malerei leben. Seitdem habe sechs bis acht Galerien, die mich vertreten, manchmal sieben oder acht Ausstellungen im Jahr – jetzt nicht mehr so viele.

Günter Rückert „Erstauntes Kompetenzteam“

Dunkelbunt: Du hast ja einen sehr lustigen Text geschrieben über das Galeriegeschäft und die großen, bedeutungsschweren Worte, mit denen Kunst manchmal besprochen wird. Ich vermute mal, dass diese Sprache im akademischen Kunstbereich entsteht. Deine Bilder haben ganz ohne eine solche komplizierte Sprache den Weg gefunden zu Menschen, die sie mögen und Geld dafür ausgeben…. Wie ist das gelungen?

Günter Rückert: Die Künstler aus dem akademischen Bereich bauen sich ein Netzwerk auf über Professoren, Akademien, da lernt man dann verschiedene Leute kennen, Kritiker, Galeristen, Menschen, die Kunstpreise vergeben – man wird dann gefördert und herumgereicht. Das hatte ich alles überhaupt nicht. Ich hatte Galeristen, denen meine Bilder gefielen und die sie dann verkauften – oder auch nicht. Bei mir hat es funktioniert, wahrscheinlich auch, weil ich mir eine Nische erarbeitet habe. Ich habe meinen eigenen Stil, meinen eigenen Strich und meine eigenen Themen. Im Grunde sind alle meine Bilder sehr karikaturistisch, schräg und satirisch. Ich bin irgendwo zwischen Comics, Karikaturen, der sogenannten „Kleinkunst“ und der „großen Kunst“ angesiedelt. Diesen Bereich habe ich mir erkämpft. Man kommt in Ausstellungen von mir und kann lachen oder schmunzeln, kauft sich ein Bild und hängt sich das Zuhause auf. Es hängen wenige Bilder von mir in Museen, eher dann schon im öffentlichen Raum.

Dunkelbunt: Hast du den Eindruck, dass der „große“ Kunstmarkt deine Werke als „Kleinkunst“ versteht?

Günter Rückert: Das weiß ich nicht. Aber jedenfalls bin ich an den großen Kunstmarkt nicht herangekommen, obwohl ich von meiner Kunst leben kann. Es kann umgekehrt durchaus so sein, dass diejenigen, die im großen Kunstmarkt ausstellen, gar nicht von ihrer Kunst leben können.

Günter Rückert „Trostetüde für dreibeinigen Hund“

Dunkelbunt: Ich kenne Fälle, in denen es genauso ist. So ähnlich hast du es doch in deinem Text über Galerien auch geschrieben…

Günter Rückert: Sie lebt von ihrem Mann, eröffnet eine Galerie und stellt einen Künstler aus, der von seiner Frau lebt. Das gibt es relativ oft. Es gibt auch einen anderen Markt – der wird bestimmt von Menschen, die etwas sehen in der Galerie, was ihnen gefällt, was auch nicht so teuer ist und die kaufen sich das dann – und davon lebe ich. 15 Jahre lang habe ich nur von der Malerei gelebt. In den Neunziger Jahren passierte es aber auch noch, dass die VEW oder eine Stadtsparkasse auf einen Schlag für einen fünfstelligen Betrag Kunst einkauften für ihre Büros. Seitdem es den Euro gibt, ist so etwas vorbei – das sagen alle Künstler und Galeristen, die ich kenne. Weil ich auch Druckgraphik anbiete und Radierungen, bin ich davon zum Glück nicht abhängig. Es gibt nur ganz Wenige, die so etwas überhaupt machen.
Aber die Entscheidung, Künstler zu werden, war die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Ich liebe dieses Leben über alles. Ich stehe morgens auf, wenn ich ausgeschlafen habe, frühstücke in Ruhe, lese Zeitung, gehe ins Atelier und überlege mir, was ich heute mal Schönes mache.

Dunkelbunt: Wie ist dein Verhältnis zu dem fertigen Bild – ist es okay, dass es gehen darf?

Günter Rückert: Muss ja, ne? Ganz am Anfang musste ich auch Bilder aus der Wohnung in die Ausstellung hängen, denn es gab noch nicht so viele Bilder – und wenn die weg waren, war dies auch schade.

Günter Rückert „Zappa“

Dunkelbunt: Gibt es Bilder, die du gar nicht weggeben könntest?

Günter Rückert: Ja, es gibt ein paar Bilder, die eine Tür aufstoßen, mit denen man plötzlich einen Sprung woanders hin macht. Aus denen entwickelt sich dann vielleicht eine neue Serie. Und solche Bilder verkaufe ich nicht so gerne, außer ich kenne die Käufer und weiß, wo die Bilder landen. Aber ansonsten: Ich produziere unheimlich viel und das muss auch weg. Hauptsächlich werden die Bilder aber über Galeristen verkauft und ich weiß gar nicht, wer die kauft und wo die dann landen. Seit ein paar Jahren fotografiere ich alle Bilder als digitale Sammlung.

Dunkelbunt: Du hast ja lange auch als Regisseur gearbeitet. Deine letzte Saison als Regisseur des „Geierabends“ liegt hinter dir. Wie geht es jetzt mit deinem Künstlerleben weiter?

Günter Rückert „April in Oldenburg“

Günter Rückert: Aktuell renoviere ich mein Atelier und dabei habe ich schon eine Menge weggeschmissen, angesammelte Zeichnungen, Probedrucke… ich räume gerade mein ganzes Leben auf und ich befreie mich gerade von vielen Sachen. Direkt gegenüber steht ein Papiercontainer.

Dunkelbunt: Oh, da können die Nachbarn ja mal wühlen!

Günter Rückert: Ich sortiere gerade alles nach Bildern, die ich nicht wegschmeißen will. Wenn es mal soweit ist, dass ich nicht mehr lebe, möchte ich das Gefühl haben, dass nur das übrig bleibt, was wirklich etwas wert ist.

Interview: Beate Schwedler

Mehr Infos über Günter Rückert:

Homepage: http://www.guenter-rueckert.de/

Film von Ulrich Baringhorst über Günter Rückert:

 

 

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