„Mit Schwarz arbeite ich ganz wenig. Die eine Tube reicht schon zehn Jahre.“

Mathias Schubert kam mit sechs Jahren als Flüchtlingskind nach Dortmund, der Stadt, die er seitdem als Heimat empfindet. Als wir den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn gründeten, war er sofort bereit, diesen zu unterstützen. Unseren Gruppenraum prägt seitdem ein großformatiges, buntes Fußball-Männchen-Bild von ihm. Beim Jahresfest am Sonntag, 27. Oktober 2019, wird Schubert offiziell als Botschafter des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Löwenzahn bestätigt. Wir sprachen mit Mathias Schubert über sein Verhältnis zur Kunst und zu dunkelbunten Farben:

Forum Dunkelbunt: Wie bist du Künstler geworden?

Mathias Schubert: Ich hatte Lehramt für Kunst studiert, bin aber nicht in den Schuldienst gegangen. Ich habe mich dann so durchgeschlagen, habe z.B. bei Eckhard C. Schulz Steeldrums gebaut, habe Deutschunterricht gegeben für Spätaussiedler und türkische Gastarbeiter, und und und. Damit konnte ich Geld verdienen, aber innerlich war ich noch auf der Suche. Und gleichzeitig habe ich immer gemalt, mehr zur Entspannung und ohne Plan. Bis ich eines Tages kam ich nicht mehr in mein Zimmer kam –  alles stand voller Bilder.

„Plötzlich stand bei mir Zuhause alles voller Bilder“

Forum Dunkelbunt: Und dann dachtest du an eine Ausstellung?

Mathias Schubert: Ja, da musste eine Lösung gefunden werden. Die Ausstellungen liefen auch gleich ganz gut und ich habe auch Bilder verkauft. Gleichzeitig musste ich in den ersten paar Jahren immer noch improvisieren und nebenbei Geld verdienen. Aber einige Jahre später konnte ich als Künstler mein Geld verdienen.

Forum Dunkelbunt: Hast du als Kind auch schon viel gemalt?

Mathias Schubert: Offensichtlich! (lacht) Ich wollte Kunst studieren nach der Schule, in Düsseldorf. Aber es gab elterliche Einflussnahmen dahingehend, dass ich erst einmal was „Richtiges“ lernen sollte. So musste ich mich dann durchschlagen. Was es bedeutet, als freier Künstler zu leben, war mir damals gar nicht bewusst – ich habe einfach gerne mit Kunst beschäftigt.

Forum Dunkelbunt: Ich nehme an, so zielgerichtet wie beispielsweise ein BWL-Student kann man wohl auch nicht die Karriere als Künstler planen.

Mathias Schubert: Vielleicht doch, an den Kunsthochschulen werden beispielsweise die Studenten schon auch auf ihr Arbeitsleben als Künstler vorbereitet, auch darauf, wie das alles läuft mit Ausstellungen, die Zusammenarbeit mit Galerien und so weiter. Das musste ich alles erst lernen, wie man sich bewirbt, wie man Verträge aufsetzt, wie Kataloge gemacht werden… Aber ich hatte auch keine Wahl und mich entschieden. Ich war 30 und musste mich dringend entscheiden – und habe voll auf die Kunst gesetzt.

Forum Dunkelbunt: Das war offensichtlich die richtige Entscheidung. In dem Interview mit Günther Rückert sagte er, dass seiner Meinung nach von den rund 200 Dortmunder Künstlern vielleicht eine Handvoll von ihrer Arbeit leben können. Kein einfacher Weg…

Mathias Schubert: Nein, natürlich nicht. Es hat auch nichts damit zu tun, ob man schlecht oder gut ist. Was mir vielleicht geholfen hat: Ich bin immer radikal auf meinem Kurs geblieben. Ich hatte Angebote von Galerien, denen gefielen die reduzierten Figuren, die ich damals malte und wollten, dass ich in diesem Bereich weiter arbeite. Aber ich war gerade in einem Umbruch und wollte mich trennen von dieser Thematik. So lehnte ich ab. Ich wollte mich künstlerisch weiterentwickeln.

Forum Dunkelbunt: Wohin hast du dich entwickelt von den Figuren aus?

Mathias Schubert: Dann ging es eher Richtung Materialbilder und Landschaften, was eigentlich immer noch mein Thema ist. Mir ist die Farbe an sich wichtig, in seiner Materialität, seiner Farbigkeit, seinen unendlichen Möglichkeiten! Das war auch eine Radikalisierung für mich. Wenn ich nur bei der Farbe bleibe, kann ich mich viel breiter und vielschichtiger ausdrücken! Die Figur war ein Hilfsmittel, aber von dem musste ich mich lösen, um die Farbe Thema werden zu lassen.

„Von Haus aus bin ich Maler“

Forum Dunkelbunt: Ist die Konzentration auf Farbe emotionaler?

Mathias Schubert: Kann ich nicht sagen. Ich merke vor allem: Ich bin von Haus aus Maler. Für mich ist die Kraft der Farbe einzigartig! Ich stelle ja die Farben selbst her, das heißt, auch die Konsistenz , das Material definiere ich selbst. Die Farbe bietet mir an sich alle Ausdrucksmöglichkeiten .

Forum Dunkelbunt: Farbe bildet ja auch Räume.

Mathias Schubert: Genau. Da bin ich jetzt. Das jetzige Thema ist Licht und Tiefe. Eine ganze Zeit lang habe ich fast nur mit Weiß gearbeitet. Dann bin ich in die Kontraste und in die Tiefe gegangen und begann diesen Bereich zu erforschen, zu erkunden und damit zu arbeiten. Licht wurde zum Thema. Licht ist das zentralste Thema und zugleich auch das schwerste. Klingt vielleicht komisch, es ist ja nur Farbe, Material das man aufträgt – aber für mich ist es jedesmal wieder wie ein Wunder, wenn es gelingt, Licht und Tiefe ins Bild zu bringen.

Forum Dunkelbunt: Also ist dein Malen immer ein Experiment?

Mathias Schubert: Ja, eigentlich immer. Es ist ein Erforschen von Möglichkeiten ein Thema zu bearbeiten und darzustellen.

Forum Dunkelbunt: Gab es schon mal eine Phase, wo dir gar nichts mehr eingefallen ist?

Mathias Schubert: Ja, gestern! (lacht) Na klar, immer wieder. Langsam gewöhne ich mich daran. Früher war das existenziell und bedrohlich, jetzt bin ich älter und weiß, ich muss einfach abwarten und dann kommt wahrscheinlich wieder eine Idee. Manchmal ist sie auch schon da, ohne dass ich es sehe oder wahrnehme. Manchmal passiert etwas in meinen Bildern, was mir falsch vorkommt und erst hinterher merke ich, dass da ein neues Experimentierfeld vor mir liegt. Das Unterbewusstsein sagt dann schon etwas, aber ich verstehe es noch nicht.

Forum Dunkelbunt: Also braucht es etwas, womit man den Kopf ausschaltet?

Mathias Schubert: Die Analyse ist sehr zentral .

Eine Serie entwickelt sich bei mir so: Beim Malen eines Bildes entstehen viele Fragen – zum Inhalt, zur Technik zur Umsetzung. Was ist das Spannende an diesem Bild, wie und warum funktioniert es?

Diese Fragen versuche ich nachfolgend malerisch zu ergründen und zu beantworten.

Forum Dunkelbunt: Haben deine Serien Titel?

Mathias Schubert: Ich habe interne Titel – nenne sie aber immer „ohne Titel“. Zeichnungen haben meist Titel.

„In Frankreich ist es normaler, sich mit Kunst auseinanderzusetzen“

Forum Dunkelbunt: Du bist ja viel in der Normandie, in Lisieux unterwegs – kannst du Unterschiede in der Wahrnehmung erkennen?

Mathias Schubert: Vor allem ist es in Frankreich meiner Erfahrung nach viel normaler, sich mit Kunst auseinanderzusetzen. In Deutschland gibt es so eigenartige Hemmschwellen. In Frankreich ist es selbstverständlicher, sich in Museen und Galerien zu bewegen und Kunst zu kaufen – die Wertschätzung für Kunst ist höher.

Forum Dunkelbunt: Gibt es in Deutschland Orte, die besser geeignet wären, um Kunst zu verkaufen?

Mathias Schubert: Naja, der Dortmunder, der sich entscheidet, Geld für Kunst auszugeben, fährt gerne mal nach Köln oder Düsseldorf – was ich gar nicht verstehen kann (lacht).

Forum Dunkelbunt: Deine Kunden kommen aus ganz Deutschland, das dürfte also kein großes Problem sein.

Mathias Schubert: Ja, von Dortmund allein könnte ich nicht leben. Außerdem ist es ja auch für den Kopf gut, mal herauszukommen aus der gewohnten Umgebung.

Forum Dunkelbunt: Deine gewohnte Umgebung ist Dortmund – seit wann?

Mathias Schubert: Ich bin 1960 nach Dortmund gekommen. Ich bin Flüchtling! Geboren wurde ich in Zehdenick in der DDR. 1961 wurde die Mauer gebaut – und kurz vorher ist meine Familie rüber in den Westen, mit dem Koffer unter dem Arm und Kindern an der Hand. Ich kann mich noch genau daran erinnern, traumatisch! Ich dachte, wir fahren zur Oma und dann stellte sich heraus, alles stimmte nicht. Ich war fünf Jahre alt und konnte das in diesem Alter natürlich überhaupt nicht verstehen.

„Ich bin Flüchtling!“

Forum Dunkelbunt: Seid ihr dann direkt ins Ruhrgebiet gekommen?

Mathias Schubert: Wir wurden ausgeflogen aus einem Sammellager in Berlin nach Hamburg, auch in ein Lager, da hatten wir Behelfszimmer und von dort kamen wir nach Kamen-Methler ins Übergangslager und dann gab es eine richtige Wohnung. Bis das erreicht war, hat es ungefähr ein Jahr gedauert.

Forum Dunkelbunt: Dann bist du mit sechs Jahren in Dortmund angekommen – und bist hier auch immer geblieben…

Mathias Schubert: Ja, ganz klar, ich bin Dortmunder. Ich wollte hier auch nicht weg – die französischen Freunde und Kollegen hatten mir angeboten, zu ihnen zu ziehen und dort zu arbeiten, aber ich bin lieber hier geblieben.

„Dortmund ist mein Zuhause“

Forum Dunkelbunt: Was gefällt dir an Dortmund?

Mathias Schubert: Hier kenne ich alle und hier bin ich Zuhause. Das ist Heimat. Es gibt Fußball und ich kenne jede Ecke und auch die Geschichten. Als ich Anfang, Mitte 40 war, hatte ich das Angebot nach Frankreich zu ziehen. Ich habe überlegt, was dann passieren würde und mir wurde klar, dass ich dort immer der Zugereiste sein würde, auch mit 60 wäre ich immer noch der, der später gekommen ist – das hätte ich wohl nie auflösen können. Und so bin ich hier geblieben, meine Heimat, fahre gerne nach Lisieux, bin dort gerne gesehen, arbeite da. Das ist ein bisschen wie eine zweite Heimat.

Forum Dunkelbunt: Noch einmal zurück zum Thema Farbe. Wir haben uns Dunkelbunt genannt, weil wir uns gesagt haben, wenn man einen Verlust zu betrauern hat, dann gibt es eher dunkle Farben, viele verschiedene nebeneinander, aber es ist eben auch nicht unbedingt alles schwarz. Für dich als Maler ist das wahrscheinlich eine Binsenweisheit, dass Licht das Dunkle voraussetzt?

Mathias Schubert: Na klar. Es sind immer die zwei, die zusammen gehören. Das ganze Leben ist ja von Gegensätzen definiert. Warm und kalt, süß und sauer, das sind die Gesetze des Lebens. Das bildet den Zwischenraum. Wenn du kein Kalt kennst, gibt es auch kein Warm.

Mathias Schubert in seinem Atelier. (Foto: Anja Cord / Art Szenico)

Forum Dunkelbunt: Und in der Malerei funktioniert die Darstellung des Lichtes nur durch die andere Seite?

Mathias Schubert: Ja. Wir leben in dem Zwischenraum zwischen Leben und Tod, genau dort bewegen wir uns. Dadurch passiert ja auch alles – wenn es kein Dunkel gibt, gibt es kein Licht.

Diese Farbe, dieses Blau hier beispielsweise habe ich nicht ohne Grund gewählt. Das ganze Bild ist nur mit diesem Blau gemalt. An diese Farbe musste ich immer denken, als ich „Dunkelbunt“ hörte – diese Farbe kann man entwickeln von fast Schwarz bis Hellblau – strahlend, fast schon kitschig blau.  In diesem Bild gibt es kein Schwarz, es ist alles tatsächlich alles Blau. Und diesen Effekt kann man mit Schwarz nicht erzielen, das geht nur mit dieser Farbe, die außergewöhnlicherweise eine dermaßen große Dimension besitzt. Durch diese Farbe habe ich verstanden, was ihr mit dem Begriff Dunkelbunt meint, weil das fast bis ins Weiß geht, aber auch dort ist es kein Weiß, sondern das Blau mit drin.

Forum Dunkelbunt: Und was würde Schwarz machen? Was würde sich mit Schwarz an dem Bild ändern?

Mathias Schubert: Ich arbeite kaum mit Schwarz. Es erscheint mir vergleichsweise nicht so lebendig, nicht so vielfältig. Bei diesem Blau nimmt man immer noch etwas darunter, eine leichte Verschiebung ins Helle oder so etwas wahr. Schwarz verwende ich, wenn überhaupt, meistens als Untergrund.

„Ich habe zwei Jahre nur mit Weiß gearbeitet“

Forum Dunkelbunt: Schwarz und Weiß kommen einem mehr vor wie ein Hintergrund, wie ein Rahmen für ein Bild.

Mathias Schubert: Ich habe zwei Jahre nur mit Weiß gearbeitet und da habe ich gemerkt, dass Weiß auch eine Farbe ist. Es gibt Bilder, die waren anfangs sehr farbig. Diese habe ich anschließend Schicht für Schicht immer wieder lasierend mit Weiß übermalt. Immer weiter. Dadurch ist das Weiß dann kein reines Weiß, denn wenn sich das Licht im Tagesverlauf verändert, siehst du das Weiß mal bläulich, mal grünlich schimmern, es wird lebendig.

Ich hatte allerdings auch schon mal eine Phase, da habe ich nur Schwarz und Grau gemalt, da konnte ich keine Farbe mehr sehen, es war mir alles zu bunt.

Das war die Zeit meiner ersten Ausstellung in Frankreich – der Galerist hatte mich eingeladen, weil er vorher meine großen, farbigen Bilder gesehen hat und die wollte er unbedingt haben. Anderthalb Jahre später stellte ich meine aktuellen Bilder dort aus, und dann kam ich mit Schwarz und Weiß.

Forum Dunkelbunt: Oh, war er enttäuscht?

Mathias Schubert: Er hat natürlich schwer geschluckt. Die Ausstellung lief dann auch miserabel, da wurde gar nichts verkauft. Es war ein Schuss in den Ofen- aber er hat meinen Ansatz verstanden und wir sind zusammen geblieben! Wir arbeiten jetzt seit dreißig Jahren zusammen.

Heute habe ich von den Schwarzweiß-Bildern übrigens kein einziges mehr, sind alle weg. Es war scheinbar nicht die Zeit dafür. Später wurde aber überraschenderweise danach gefragt .

So bleibe ich bei dem, was ich gerade mache. Und wenn es nicht gefällt, ist das auch in Ordnung. Und in ein, zwei Jahren kann sich das schon wieder ganz anders darstellen.

„Manchmal fließt einfach nichts“

Forum Dunkelbunt: Spiegelt deine Entscheidung für bestimmte Farben auch deine jeweilige Lebensphase oder Befindlichkeit wieder?

Mathias Schubert: Zu meiner eigenen Überraschung hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Ich habe schon in Phasen, in denen es mir nicht so gut ging, Bilder mit großer Power und positiver Energie gemalt. Und manchmal geht es mir eigentlich ganz gut, aber ich kann kein Bild auf die Leinwand bringen, da fließt einfach nichts.

Forum Dunkelbunt: Vielleicht braucht es das ja auch, dass etwas brodelt?

Mathias Schubert: Vielleicht auch das, jedenfalls kann ich keinen direkten Zusammenhang erkennen. Manchmal braucht es ja auch bestimmte Ereignisse, die im Moment schwer zu ertragen sind – und hinterher merkt man dann, dass man an diesen Erlebnissen gewachsen ist, dass sie einen weitergebracht haben.

Forum Dunkelbunt: Du hast ja selbst eine schwierige Zeit erlebt nach deinem Unfall.

Mathias Schubert: Ja, ich bin eine Treppe runtergefallen, diesen Unfall habe ich durch reines Glück überlebt. Ich hatte mir drei Rückenwirbel zertrümmert. Das Schöne war: Ich hatte nie Zweifel, dass ich wieder auf die Beine komme. Ich lag da und wusste, es gibt jetzt Operationen, alles dauert jetzt etwas länger – es hat ja auch fast ein Jahr gedauert. Mir war aber sonderbarerweise klar, dass ich das schaffe und wieder hinkriege.

Forum Dunkelbunt: Hat dieser Moment deines Lebens etwas verändert?

Mathias Schubert: Auf jeden Fall! Zunächst große Dankbarkeit und auch das Gefühl, sehr viel Glück gehabt zu haben. Letztlich hat mich diese Erfahrung aber auch darin bestärkt, bei dem zu bleiben, was ich mache und meinen Entscheidungen und Intuitionen zu trauen.

„Das Leben an sich ist richtig stark“

Forum Dunkelbunt: Es scheint gut zu sein, wenn man die Entscheidungen auch im Krankheitsfall in den eigenen Händen behält und nicht einfach den Ärzten überlässt.

Mathias Schubert: Man muss richtig reingehen und sich damit befassen. Aber mir scheint es auch wichtig, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.  Als Laie hat man zwar nicht genug Wissen, trotzdem kann man glauben.

Das Leben an sich ist richtig stark. Darin liegt eine riesige Kraft, die eigenen Gestaltungs-Spielräume zu nutzen. Auch bei Menschen, die gepflegt werden müssen, sind noch riesige Kräfte erkennbar und es können noch sehr intensive, schöne Dinge geschehen – darin steckt noch soviel Leben.

Forum Dunkelbunt: Ja, und man spürt das Helle eben auch erst, wenn man das Dunkle erlebt hat.

Mathias Schubert: Mir gefällt das Bild von dem amerikanischen Schriftsteller David Foster Wallace: Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: »Morgen, Jungs. Wie ist das Wasser?« Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter, und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: »Was zum Teufel ist Wasser?«

Forum Dunkelbunt: Die Gegensätze gehören zusammen…

Mathias Schubert: Ja, es ist gut zu erkennen, dass es Alternativen gibt, die alle zum Leben gehören, um das alles lebendig zu machen. Im Judentum wird gesagt: „Leben ist ein Pluralwort“. Es gibt eben immer mehrere Seiten, verschiedene Erfahrungen.

03.09.2019
Interview: Beate Schwedler
Titelfoto: Anja Cord / Art Szenico

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