Verblüffend lebensbejahend: Die Träume der Sterbenden

„Länger zu leben ist leichter geworden – gut zu sterben leider nicht.“ Der US-Amerikaner Dr. med. Christopher Kerr hat ein Buch geschrieben über „Die Träume der Sterbenden“ und möchte uns damit einladen, den Tod nicht zu fürchten.

Als Neurobiologe und Hospizarzt in Buffalo/New York erforschte er im Rahmen einer zehnjährigen Studie 1.400 Hospiz-Patienten und erforschte besonders die Träume im Sterbebett. Die Patienten berichteten ihm über „erstaunliche Erlebnisse von Liebe und Anmut“. Es seien Erfahrungen, die darauf hinweisen, dass sich während des Sterbeprozesses im Inneren der Menschen unsichtbare, seelische Prozesse ereigneten, die verblüffend lebensbejahend sind.

In den Träumen der Sterbenden – die ihnen überaus real erscheinen – leben vergangene Beziehungen wieder auf oder auch bedeutungsvolle Ereignisse und Szenen der Liebe und des Verzeihens. Diese Träume geben dem Leben Sinn und markieren für die Betroffenen den Übergang von tiefstem Leid und Verzweiflung hin zu Trost, Hoffnung und Akzeptanz, so Kerr. Das lässt den Sterbeprozess in einem ganz anderen Licht erscheinen. Und so schenkt sein Buch den Sterbenden, und auch ihren Angehörigen Trost und Vertrauen.

Zugleich ist das Buch als Appell gemeint: „Wir müssen die Ärzte wieder an die Krankenbetten bringen, sie zu ihren Wurzeln zurückführen – das heißt, dass sie nicht länger nur Techniker sein dürfen, die um jeden Preis versuchen, Leben zu verlängern, sondern alles tun, um den Patienten Trost zu spenden. Dazu gehören auch die Einbeziehung der Lebensend-Erfahrungen in die Pflege und die Akzeptanz ihrer medizinischen Bedeutung.

Die Träume der Sterbenden Christopher Kerr, Carine Mardorossian
Die Träume der Sterbenden
Warum wir den Tod nicht fürchten müssen. Ein Hospizarzt berichtet
Hardcover
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