Calaveras von Ron Mueck: Das geht unter die Haut

Geburt, Leben, Jugend, Alter und Tod. Es sind die existenziellen Streckenabschnitte des menschlichen Lebens, die den englischen Bildhauer Ron Mueck interessieren. Bekannt für seine gigantischen naturgetreuen Menschenplastiken aus Fiberglas und Silikon, präsentiert Mueck jetzt „Calaveras“ (Schädel) auf der Internationalen Triennale der National Gallery of Victoria in Melbourne, Australien.

Das Leben super realistisch

Mueck, geboren 1958 in Melbourne, ist ein englischer Bildhauer mit deutsch-australischen Wurzeln, der vor allem für seine superrealistischen Menschenplastiken bekannt, mit deren Oberflächenbeschaffenheit eine bisher nicht erreichte Naturtreue auszeichnet. Jetzt zeigt er von Dezember 2017 bis April 2018 hundert riesige Schädel in den Hallen des Museums in Melbourne. „Mass“ ist seine bisher größte Installation. Sie zeigt hundert gigantische, von Hand gefertigte Totenköpfe. Das geht unter die Haut!

Was hat Bestand?

Das Werk wurde speziell für die Internationale Triennale in Auftrag gegeben. Scheinbar chaotisch stapeln sich die Schädel. Mueck konzentriert sich nicht wie sonst auf die hyperrealistischen Strukturen des Lebens, sondern auf das, was lange nach dem Zerfall des Körpers noch Bestand hat. Die Größe der „Calaveras“ – die ja auch beim Dia de Muerto eine wichtige Rolle spielen -, stellen die Besucher sozusagen in den Schatten. Jeder Schädel misst etwa anderthalb Meter.

Auge in Auge mit der Sterblichkeit

Die Schädel „führen“ gewissermaßen durch die Galerien des achtzehnten Jahrhunderts und zwingen die Zuschauer dazu, sich der Sterblichkeit zu stellen – der bereits verstorbenen Künstler und Modelle, die sie an den Wänden ringsherum sehen… und vielleicht auch hiermit ihrer eigenen Sterblichkeit.

Fotos: Cultura Inquieta

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