„Zum Glück nie professionell“

„Wieso wird eigentlich so selten über den Tod gesprochen? Wir ändern das einfach und unterhalten uns entspannt. Im Hier und Jetzt.“ Eric Wrede ist Bestatter. In Berlin. Er versteht sich als Teil einer neuen Generation von Bestattern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Abschiedskultur in Deutschland zu verbessern, dem Tod ein bisschen von seinem Grauen zu nehmen und ihn zum natürlichen Bestandteil des Lebens zu machen.

Podcast "Auf Leben und Tod"
Spannende Interviews im Podcast „Auf Leben und Tod“

Abschiednahmen vom Verstorbenen organisiert Wrede auch auf einem Bauernhof mitten zwischen Tieren. Das hilft Kindern, aber auch Erwachsenen. Mit einigen anderen, die sich auskennen mit Floristik oder Trauerbegleitung, hat Wrede eine kleine Bewegung gegründet (Hallo Tod!), und sein Podcast scheint eine logische Erweiterung davon. Wie können wir es schaffen, dass über Tod, Abschied und vor allem eigene Vorstellungen zum Ende des Lebens entspannter und offener gesprochen wird? Ganz einfach: in dem wir es machen. Das hilft jedem. Betroffenen und noch nicht Betroffenen.

Sein Podcast-Projekt öffnet den Raum, um entspannt über den Tod zu sprechen. Über sein Internetprojekt sagt er selbst: „Der Podcast auf Leben und Tod widmet sich mit seinen Gästen genau diesen Themen, mal ernst, mal lustig, mal traurig, mal nachdenklich, aber zum Glück nie professionell.“

Mal ernst, mal lustig, mal traurig

Ein paar Freunde helfen ihm. Und natürlich füllt auch jeder einzelne Gast, der im Laufe der Zeit vorbeikommt und sein Herz aufmacht, den Podcast mit Leben.

Beeindruckend ist ein Podcast-Beitrag, in dem Eric Wrede mit Gisbert zu Knyphausen spricht. Der Musiker hat im Oktober 2012 seinen Musikerkollegen Nils Koppruch verloren, mit dem er „Kid Kopphausen“ bildete – Koppruch war mit 46 Jahren im Schlaf gestorben. Danach zog sich zu Knyphausen ins Private zurück, probierte musikalisch einiges aus und kam erst fünf Jahre später, im Oktober 2017 mit einem neuen Album heraus („Das Licht der Welt“), das von einigen Kritikern gleich als eines der besten Alben des Jahres genannt wurde. Besonders beeindruckend der Song „Kommen und Gehen“, in dem es um den Tod einer Neunzigjährigen geht und genauso um ein Kind, das kurz nach der Geburt starb.

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Gisbert zu Knyphausen

 

Mehr Infos zu Eric Wrede:

Bestatter Eric Wede in Berlin
Hallo Tod!
Podcast The End

 

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