Stehaufmännchen begeisterten beim ersten Dunkelbunt-Abend

Birds Club, Die Pille, Fantasio, Jara, Keller… über die vielen, vielen Stationen seines bewegten Disc Jockey Lebens erzählte Ruud van Laar äußerst unterhaltsam beim ersten Dunkelbunt-Abend. Damit ließ er auch Dortmunder Stadtgeschichte wieder auferstehen und brachte die rund 20 Gäste oft zum Lachen.Forum Dunkelbunt e.V. hatte eingeladen zum Auftakt einer neuen Reihe, die speziell für Menschen in Trauer gedacht ist, zu der aber natürlich auch alle anderen Interessierten herzlich eingeladen sind.

Bei den Dunkelbunt-Abenden geht es um die Themen des Lebens, unterhaltsam und anfassbar nahe gebracht durch jeweils zwei eingeladene Gäste. Bei der Premiere, dem „Dunkelbunt-Abend mit Sehaufmännchen“, waren dies Zwei, die schon verschiedene Selbstständigkeiten erlebt haben und auch dann, wenn ein Geschäft nicht funktioniert hat, wieder einen neuen Weg gefunden haben, von vorne anzufangen.

Pourcoffee – die Idee mit dem handgefilterten Kaffee

Andrea Kessler (vorn) berichtete über ihr Geschäft „Pourcoffee“, das handgefilterten Kaffee auf vielen Märkten verkauft.

Andrea Kessler machte den Anfang und berichtete davon, dass sie sich nach dem Ende eines Geschäftes zwar eine Weile erst wieder fangen musste, aber dann zu einer neuen Idee fand: Heute verkauft sie mit „Pourcoffee“ erfolgreich handgefilterten Kaffee auf vielen Märkten, unter anderem auf dem Dortmunder Wochenmarkt.

Birds Club und Jara

Gar nicht mal war es für den heute über 70-jährigen Ruud van Laar, sich damals in Dortmund zu behaupten, erzählte er. 1943 in Utrecht geboren, floh er mit 15 Jahren von Zuhause, wurde in den Fünfziger Jahren Beatnik und Provo, leidenschaftlicher Rock`n Roller und interessierte sich für Bebop und Cool Jazz. 1965 kam Ruud van Laar dann nach Dortmund, fing als LKW-Fahrer an, da er eine Familie zu ernähren hatte und arbeitete 1967 zum ersten Mal als Disc Jockey.

80 Geschäfte und 50 Pleiten

Ruud van Laar erzählte beschwingt und unterhaltsam aus seinem bewegten Leben

Er verband sich mit Partnern und eröffnete zahlreiche eigene Discos. 80 Gechäfte eröffnete er und auch nach 50 Pleiten ließ er sich nie davon abhalten, neue Ideen zu entwickeln und weiterzumachen.

Woher nimmt man die Energie und die Kraft, immer wieder aufzustehen und dabei zu bleiben, auch nach Niederschlägen? Vielleicht ist dies einfach eine Typfrage, im Fall von Andrea Kessler und Ruud van Laar liegt es aber wohl vor allem auch an einem ungebrochen positiven Denken und jeder Menge Humor, den sie niemals verloren haben.

Nächster Dunkelbunt-Abend ist nah am Wasser gebaut

Das Forum Dunkelbunt freut sich über den gelungenen Auftakt der Dunkelbunt-Abend-Reihe. Der Grundgedanke, dass Veranstaltungen für Trauernde nicht „traurig“ sein müssen, sondern auf behutsame Weise zurückführen können ins Leben, scheint bei den Teilnehmern gut angekommen zu sein.

Zum nächsten „Dunkelbunt-Abend nah am Wasser gebaut“ kommt Svenja Noltemeyer von der Urbanisten und berichtete über das Projekt Neue Werk Union – genannt der „Mini-Phoenixsee“ – ein Beispiel dafür, wie ein neues Stadtviertel in Dorstfeld entsteht. Außerdem spielt Dortmunds einzige Hafenkapelle „Emscher ahoi“. Eingeladen ist außerdem der Stadtplaner Olaf Greve, der zehn Jahre lang das Projekt Phoenixsee mit plante.

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