Gedenken an 300 Tote

Niklas Sonnenschein im Interview mit Forum Dunkelbunt

An Karfreitag, den 30. März 2018, fand der Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf zum 14. Mal statt. Forum Dunkelbunt war dabei und sprach mit Teilnehmern. Wie in all den Jahren zuvor versteht sich der Lauf als ein starkes Signal für ein friedliches und gewaltfreies Miteinander innerhalb und außerhalb des Stadions.

Heinrich Czerkus, geboren 1894, war ein deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialisms. Im Sinne seines Namensgebers richtet er sich entschieden gegen Rechts, gegen Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Diskriminierung.

Der gelernte Schlosser Heinrich Czerkus war bereits in der Weimarer Republik in der KPD tätig und wurde 1933 für die Partei in den Dortmunder Stadtrat gewählt. Beruflich arbeitete er für den heutigen Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund als Vereinswart auf dem damaligen zentralen Vereinssportplatz Weiße Wiese, bis dieser durch das Stadion Rote Erde 1937 abgelöst wurde.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fertigte und verteilte Heinrich Czerkus illegale Schriften des kommunistischen Widerstands. Diese konnte er teilweise sogar auf der Vervielfältigungsmaschine von Borussia Dortmund herstellen.

Heinrich Czerkus wurde dann im Rahmen einer Verhaftungswelle, die sich 1945 gegen Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter und Deserteure richtete, von der Gestapo festgenommen. Zwischen dem 7. März und dem 12. April 1945 ermordete die Gestapo ihn und rund 300 andere Widerstandskämpfer, Deserteure und Zwangsarbeiter im Rahmen der Karfreitagsmorde.

2018 wurde der Heinrich-Czerkus-Lauf zum 14. mal durchgeführt, es kamen rund tausend Menschen in der Bittermark zusammen.

Die Veranstalter:
• NaturFreunde Dortmund-Kreuzviertel,
• Fan-Projekt Dortmund e.V.,
• BVB-Fanclub Heinrich Czerkus,
• Borussia Dortmund.

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